Xylit (Birkenzucker) – eine gesunde alternative zu raffiniertem Zucker?

Raffinierter Zucker: kaum ein Lebensmittel wurde in den letzten Jahren mehr verteufelt. Nach der Hetzjagd auf Fette, die unglücklicherweise auch die essenziellen gesunden Fette mit in den Abgrund zog, ist neben Gluten nun raffinierter Zucker der Feind.

Es ist tatsächlich sinnvoll, klassischen Zucker so gut es geht aus der täglichen Ernährung zu verbannen.

Zucker bringt deine Hormone außer Balance. So konnte eine Studie mit 75 Männern bspw. zeigen, dass 75g Zucker das Testosteron im Körper um ca. 25% senkt. Niedrigere Testosteronwerte fanden die Forscher auch noch bis ca. 2 Stunden nach dem Genuss von Zucker (1)! Außerdem steht Zucker mit Diabetes und Herzkrankheiten in klarer Verbindung, führt zu Entzündungen im Körper UND hat viele unnötige Kalorien. Zusätzlich versorgt er unser Gehirn mit einer „unregelmäßigen“ Zufuhr an Energie. Dies führt zu mangelndem Fokus, einer schlechteren Konzentration und Brainfog. Doch wer liebt ihn nicht, diesen süßen Geschmack von Zucker im Kaffee, im Kuchen oder sogar im Obstsalat, am Ende eines langen, stressigen Tages? Ihn komplett aufzugeben fällt schwer.

Zucker aufzugeben bedeutet allerdings nicht, jegliche „Süße“ aufzugeben. Es gibt mittlerweile gute Alternativen in fast jedem Supermarkt. Eine davon ist das sog. „Xylit“.

Xylit ist auch unter dem Namen Xylitol bekannt. Viele von uns haben aber wohl eher den Begriff „Birkenzucker“ gehört. Diese Art von Zucker wird u. a. aus der Rinde von Birken und anderen Hölzern gewonnen. Während normaler Zucker 6 Kohlenstoffatome besitzt, besitzt Xylit nur 5. Es schmeckt eigentlich genau wie Zucker, wird allerdings im Körper ganz anders verstoffwechselt, was sich bspw. an geringeren Insulinspitzen nach dem Verzehr sehen lässt. Xylit wird nämlich insulinunabhängig abgebaut (2).  Ein konstanterer Blutzucker ist zum einen besser, um Krankheiten wie Diabetes vorzubeugen und lässt uns zum anderen fokussierter und konzentrierter Arbeiten. Birkenzucker ist auch besser für die Zähne als normaler Zucker. Er verbessert sogar unsere Zahngesundheit (3).

Dabei hat er auch noch weniger Kalorien! Kommen auf 100g normalen Zucker ca. 400 kcal, schlägt Xylit nur mit ca. 250 kcal auf 100g zu Buche. Aufpassen sollte man nur bei der Menge. Darmbakterien bauen diese Zuckerart um einiges schneller ab, was bei sehr großen Mengen abführend wirken kann.

Verzichtet werden sollte übrigens auf Agavensirup als Alternative zu normalem Zucker. Agavensirup besteht zu 70-90% aus Fruktose. Fruktose ist für uns keine wirklich gesunde Alternative. Unser Körper erkennt Fruktose im ersten Moment nicht als Zucker an, deshalb wandert Fruktose in die Leber und sorgt dort unter anderem für Entzündungen und Ansammlungen von Fett (4).

Also kann man durchaus mal versuchen Speisen mit Xylit zu süßen bzw. zuzubereiten. Man schmeckt keinen Unterschied, lebt damit gesünder und spart fast die Hälfte an Kalorien.

 

Literatur

1 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22804876

https://link.springer.com/article/10.1007%2FBF00282594

3 http://www.nature.com/bdj/journal/v194/n8/abs/4810022a.html

4 https://www.jci.org/articles/view/37385/figure/6

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