Reichst du mir mal das Salz? – Ist etwas mehr Salz wirklich schädlich

In den letzten Jahren hat Salz ein schlechtes Image bekommen. Oftmals wird in Bezug auf das Thema Salz die American Heart Association (AHA) erwähnt:

„Auf einem Kongress der American Heart Association an der University of California wiesen die beteiligten Wissenschaftler nach, dass sich Herz- und Kreislaufkrankheiten vermeiden lassen, würde der tägliche Salzkonsum nur um ein einziges Gramm reduziert. Wer den Salzkonsum gar um tägliche drei Gramm reduziert, könnte das Risiko einer Herzerkrankung und eines dadurch bedingten früheren Todes deutlich vermindern. (1)“

Die AHA rät zu maximal einem halben Esslöffel Salz pro Tag. Andernfalls drohen hoher Blutdruck und diverse Herzerkrankungen (2).

Ja, es gibt Studien, die meinen, zeigen zu können, dass zu viel Salz den Blutdruck erhöht (3), es gibt aber auch Studien, welche in eine andere Richtung zeigen. So konnte bspw. eine große Meta-Analyse von Taylor et al. aus dem Jahr 2011 keine tatsächlichen Evidenzen für die Verbesserung der Herzgesundheit aufgrund einer Salz-Reduktion in der Ernährung finden (4). Eine weitere Studie aus dem Jahr 2011 hat sogar genau das Gegenteil herausgefunden. Eine salzarme Ernährung führte zu vermehrten Todesfällen durch kardiovaskuläre Erkrankungen(!) (5).

Des Weiteren wird eine salzarme Ernährung mit einer größeren Chance verbunden, durch eine erhöhte Insulinresistenz an Diabetes zu erkranken (6).

Salz spielt eine wichtige Rolle in unserem Körper. Reduzieren wir den Salzgehalt kann dies zu schnellerer Ermüdung der Muskulatur, schlechterem Schlaf und zu hohem Blutdruck führen – ja, Sie haben richtig gelesen (7).

Also, was stimmt nun?

Eine Reduktion des Salzes in unserer Ernährung scheint sich eher negativ auf uns auszuwirken. Salz hat somit zu Unrecht ein schlechtes Image, ganz ähnlich wie Fett. Was allerdings beachtet werden sollte, ist unsere tägliche Zufuhr von Kalium. Natrium und Kalium arbeiten eng zusammen. Bspw. haben wir in unseren Zellen eine sog. Natrium-Kalium-Pumpe. Diese ist für unser Überleben essenziell. Nehmen wir genug Kalium zu uns (in großen Mengen enthalten in Spinat, Avocado, Feldsalat, Kartoffeln, …) ist viel Salz gar kein Problem. Selbst die blutdruckerhöhende Eigenschaft wird durch ausreichend Kalium ausgeglichen (8,9). Die häufigen Aufrufe, die Salzzufuhr zu reduzieren, sind folglich reine Panikmache, denn wie bereits dargelegt können wir bei ausreichender Kaliumaufnahme gar nicht zu viel Salz zu uns nehmen.

 
1  https://www.zentrum-der-gesundheit.de/salz-forschung-ia.html#ixzz4n6zhIEth

2 http://circ.ahajournals.org/content/early/2016/10/27/CIR.0000000000000462

3 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23558162

4 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21731062

5 https://www.researchgate.net/publication/51096279_Fatal_and_Nonfatal_Outcomes_Incidence_of_Hypertension_and_Blood_Pressure_Changes_in_Relation_to_Urinary_Sodium_Excretion

6 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3036792/

7 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23234732

8 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6373586?dopt=Abstract

9 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3280031/

 

 

 

 

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